35. Industriekulturabend
Description
36. Industriekulturabend - Flugzeugbau und Luftverkehr in Berlin
Berlin war ein Hotspot der frühen Aviatik und des Flugzeugbaus. Schon 1906 siedelte sich die neugegründete Argus Motoren GmbH in Reinickendorf an und etablierte sich rasch als bedeutender Akteur in der deutschen Luftfahrtindustrie. Bereits sechs Jahre später sind nahezu 90 % aller deutschen Flugzeuge mit Argus-Motoren ausgestattet. Die Unternehmensgeschichte steht exemplarisch für viele Berliner Unternehmen im Spannungsfeld des 20. Jahrhunderts: Aufschwung im Ersten Weltkrieg, Einschränkungen durch den Versailler Vertrag, Flugrekorde, „Arisierung“, Zwangsarbeit und Rüstung im Nationalsozialismus, Zerstörung und Zusammenfall. Während für die Argus-Motoren die Berliner Geschichte mit dem Kriegsende vorbei ist, bleibt die Fliegerei etwas Besonderes für die Stadt: West-Berlin war ein Ort mit besonderen Verbindungen zur Welt: Wer es besuchen oder verlassen wollte (und es sich leisten konnte), nahm häufig das Flugzeug. Doch der Luftverkehr von und nach Berlin bedeutete mehr als den Transport von Menschen und Gütern. Die Erfahrung der Luftbrücke 1948/49 wurde zu einem wichtigen Bezugspunkt für das Selbstverständnis der West-Berliner. Seit den 1950er Jahren stand das Fliegen zunehmend für modernes, komfortables Reisen ebenso wie für Internationalität und die Bindung an den Westen.
Der Abend verbindet die Anfänge des Fliegens und des Flugzeugbaus in Berlin mit den besonderen Bedingungen der geteilten Stadt.
Programm
18.00 Uhr Beginn
»Die Argus Motoren GmbH – Berühmte Flugmotoren einer vergessenen Firma«
Nathalie Scholl
(Berliner Zentrum Industriekultur)
»Departure West-Berlin. Luftverkehr und Lebensgefühl in der geteilten Stadt«
Dr. Michael Bienert
(Geschäftsführer der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv)
Durch den Abend führt Björn Berghausen, Geschäftsführer des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs
Anschließend ist bei Getränken und Imbiß Zeit für Gespräche.
Ort
Im Goldberger-Saal, Ludwig-Erhard-Haus
Eingang Kantstraße, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin
(U + S Bahnhof Zoo)
Kostenbeitrag: 6 EUR
