V 2/5 – Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.

 VBKI

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Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI)

Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) wird am 6. Oktober 1879 gegründet, um der Berliner Industrie eine Stimme zu verleihen und mehr Mitspracherechte gegenüber der oppositionellen Korporation der Kaufmannschaft einzufordern, von der sie sich nicht ausreichend repräsentiert sahen. An seine Spitze wird der Textilkaufmann Bernhard W. Vogts gewählt. An der Konstituierung des Vereins nehmen 329 Unternehmen Anteil. Unter dem 1892 zum Präsidenten gewählten Ludwig Max Goldberger wächst und gedeiht der Verein; Ende der 1890er Jahre kann der Verein 1.702 Mitglieder aufweisen. Und die Mitgliedschaft ist exklusiv: In seinen Reihen ist alles vertreten, was in der Berliner Wirtschaft Rang und Namen hat; unter ihnen sind Ernst von Borsig, Isidor Loewe, Wilhelm von Siemens und Emil Rathenau. 1929 zu seinem 50. Jubiläum hat der VBKI unter seinem Präsidenten Alexander Flinsch rund 3.000 Mitglieder. In der Festschrift „Berlins Aufstieg zur Weltstadt“ steht zu lesen: „Die Zukunftsaussichten [Berlins] zielen auf ein Hoffnungsbild: auf eine Kooperation der europäischen Weltstädte (...), als Vorstufe (...) und ersten Schritt zur Verwirklichung des Traums von den Vereinigten Staaten von Europa.“ Hitlers Machtergreifung 1933 bringt auch für den VBKI tiefgreifende Veränderungen: Das Präsidium wird umgebildet und die Satzung an die bestehenden Verhältnisse angepasst. Vereinsmitglieder sind fortan nur „Persönlichkeiten arischer Abstammung, die sich in völkischem Verantwortungsgefühl zu Staat und Führung bekennen.“ 1937 übernimmt der Wirtschaftsgauberater Heinrich Hunke den Vereinsvorsitz. Der VBKI betrachtet sich nun als „Instrument der nationalsozialistischen Meinungs- und Willensbildung“. Mit der Einstellung der Vereinszeitung verschwindet 1941 der VBKI aus der öffentlichen Wahrnehmung. Am 15. April 1948 wird der VBKI unter Duldung der Besatzungsmächte wiedergegründet. Erster Präsident der Nachkriegszeit wird Egon W. Lagarie. In einem Aufruf im selben Jahr heißt es, man wolle „eine alte Berliner Tradition fortsetzen und die in der Vergangenheit bewährten Einrichtungen der Kaufmannschaft wieder (...) aufbauen.“ Die Mitgliederzahlen sind anfangs noch gering (1948: 324), erholen sich aber schnell (1950: 540). Zwei Jahre später – am 10. Januar 1950 – beginnt die Ära von Jakob Dichter, dem Gründer des AMBEG-Unternehmens (Automatische Maschinen zur Bearbeitung des Glases), als Präsident des VBKI. Die Mitgliederzahlen steigen weiter und namhafte Persönlichkeiten wie Ludwig Erhard, Willy Brand, Ernst Reuter oder Franz Amrehn werden für den Verein gewonnen und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Und im August 1954 wird – nachdem man bisher zur Untermiete in der Podbielskiallee 42 residiert hat – in der Fasanenstraße das neue Vereinsheim eingeweiht. Im zehnten Jahr nach der Wiedergründung zählt der VBKI bereits über 700 Mitglieder. Auf Jakob Dichter folgt 1966 Heinz Mohr, Textilfabrikant und Vorsitzender des Fachverbands der Berliner Damenoberbekleidungsindustrie (DOB). In seine Amtszeit fällt auch das 100-jährige Jubiläum des Vereins im Jahr 1979. Mohr wird 1984 von Hans Strathus, dem langjährigen Vorstandsmitglied der Commerzbank, abgelöst. Mit ihm als Präsident erlebt der Verein die bewegte Zeit der Wende und kann seinen Aktionsradius auf den Osten Berlins und Brandenburg ausdehnen. Mit Richard von Weizsäcker und Roman Herzog können weitere Ehrenmitglieder hohen Ranges hinzugewonnen werden. Der wachsende Einfluss drückt sich auch im Umzug in das 1994 fertiggestellte Ludwig-Erhard-Haus aus, wo der Verein bis heute sein Zuhause hat. Von 1999 bis 2011 übernimmt Klaus von der Heyde das Ruder der Vereinsführung. Er ist Vorstandssprecher der Berliner Bank (1996-98), danach als Rechtsanwalt tätig. Unter seiner Ägide kann der Verein kräftige Mitgliederzugänge verzeichnen. Seit 2011 und bis heute heißt der Präsident Markus Voigt, damals Manager des Bauberatungsunternehmens Hyder Consulting. Heute betreibt er die Voigt Ingenieure GmbH.

Umfang:
9 Meter

Nutzung:
Eingeschränkt

Laufzeit:
1948 - 2012

Erschließung:
Findbuch, Datenbank

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Briefkopfsammlung

Die Sammlung beinhaltet nicht nur aufwändig gestaltete Briefköpfe aus 180 Jahren Berlin-Brandenburgischer Unternehmensgeschichte, sondern auch Kataloge, Werbeunterlagen und interessante Geschäftspapiere. Bis heute wurde die Sammlung auf 4.000 Firmenbögen ergänzt. Bisher war die Sammlung Inhalt von fünf Bildungsprojekten mit Schülern und angehenden FAMIs.

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Historisches Archiv der DDG

Das historische Archiv der DDG besteht aus einem Bestand mit 112 Akteneinheiten sowie einer Sammlung von 249 Zeitschriften und Büchern.. Zu Ehren von Prof. Albrecht Scholz, dem die Deutsche Dermatologische Gesellschaft die Gründung dieses DDG-Archivs verdankt, wurde in einer Feierstunde zu seinem 5. Todestag 2018 eine  Gedenktafel im Magazin des Wirtschaftsarchivs aufgehängt.

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IHK-Mitgliedsakten

390.000 Einzelakten geben Antwort auf Fragen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Berlins und bilden eine einzigartige Quelle zur Geschichte der West-Berliner Wirtschaft für den Zeitraum 1945 bis 1990 und bringen zugleich die historischen Zäsuren von 1933, 1945, 1948, 1961 und 1990 zum Ausdruck.

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