Kreuzberg im Aufwind der Verkehrsindustrien

Orenstein & KoppelOrenstein & Koppel (Bild: Stiftung Deutsches Technikmuseum)Die Aufnahme des Bahnbetriebes durch die Gesellschaften der Berlin-Potsdamer Eisenbahn (1839), der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn (1841), der Berlin-Frankfurter-Eisenbahn (1842), der Berlin-Görlitzer-Eisenbahn (1866) sowie der Ausbau des alten Landwehrgrabens zum Landwehrkanal zwischen 1845 und 1850 begünstigte den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung des schnell wachsenden Stadtquartiers zwischen Berlin-Mitte und den Tempelhofer Bergen. Die Zufuhr von Rohstoffen und das anschließende Versenden der Fertigprodukte verhalfen vielen Industriezweigen zum Aufschwung. Um 1900 waren in Kreuzberg neben vielen Unternehmungen der Textil- und Elektroindustrie auch renommierte Hersteller und Zulieferer der Lokomotiv-, Automobil- und Flugzeugindustrie ansässig.

Seit 1909 befand sich die Unternehmenszentrale der „Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG" in einem repräsentativen Verwaltungsbau in der Möckernstraße, der 1913 am Tempelhofer Ufer einen Erweiterungsbau erhielt. Von dort aus erfolgte der weltweite Vertrieb von Feldbahnen, Lokomotiven, Waggons und Förderbaggern. 1941 wurde O&K arisiert.

Kreuzberg 2011 12bSTABIL Walthers Metallbaukasten (Bild: Stiftung Deutsches Technikmuseum)Ab 1916 ließ der Flugzeugkonstrukteur Joseph Sablatnig in der Schlesischen Straße seine Wasserflugzeuge fertigen. Nach der Montage wurden die Maschinen aus der Fabriketage auf die Spree herabgelassen und anschließend eingeflogen. Bereits 1908 bzw. 1910 wurde in der Gitschiner Strasse die Firma „Edmund Rumpler, Flugzeugbau" sowie in der Elsenstraße die „Dorner Flugzeug-Gesellschaft" gegründet. Die in SO 36 ansässige „Mercur-Flugzeugbau GmbH" fertigte nach dem Einstellen des Baus von Luftfahrtzeugen ab 1923 bis zu ihrem Konkurs 1925 Kleinwagen.

Die für Lokomotive, Flugzeug und Automobil benötigten Geschwindigkeitsmesser konnten seit 1910 bei der „Deutschen Tachometerwerke GmbH" in der Oranienburger Straße bezogen werden.

Von vielen Unternehmen haben sich nur noch vereinzelt Akten, Fotografien und Werbeschriften in öffentlich zugänglichen Einrichtungen erhalten. Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Dokumente zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Entsprechende Hinweise sind uns herzlich willkommen.


Info:

Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Eichborndamm 167, Haus 42,13403 Berlin
Telefon: 030 41190698,E-Mail: mail@bb-wa.de, http://www.bb-wa.de

Abgedruckt in Kreuzberg kompakt 2011/2012, Verlag BfB Bestmedia4Berlin GmbH

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