Industriegeschichte in Treptow

Die bis etwa 1750 für Treptow gebräuchliche Schreibweise lautete Trebkow. Der Ort dieses Namens ist seit 1568 als Fischersiedlung erwähnt. Bei der Bildung Groß-Berlins im Jahre 1920 wurden die folgenden Ortsteile zu Treptow zusammengefasst: Baumschulenweg, Niederschöneweide, Johannisthal, Adlershof, Alt-Glienicke und Bohnsdorf. Alt-Glienicke und Bohnsdorf erwähnt bereits das Landbuch Kaiser Karls IV. 1375. In Niederschöneweide arbeitete bereits 1598 ein Teerofen. Johannisthal und Adlershof sind Wiederbesiedlungskolonien des preußischen Königs nach den Verlusten des 30-jährigen Krieges. Nach Abholzung der Cöllnischen Stadtheide entstanden Flächen für den Ackerbau, aber auch für die Expansion Berlins ins Umland.

treptow 02Bis zum Einsetzen der Industrialisierung ab 1850 hatten sich schon Bleichereien, Lohmühlen für den Gerberbedarf, Gärtnereien und Gaststätten in Treptow angesiedelt. Auf die Landmaschinenfabrik von Beermann folgte die Lampenfabrik von Ehrich & Graetz, chemische Fabriken, Teppichfabriken und die Metallverarbeitung. Zum krönenden Abschluss der Entwicklung war Treptow Austragungsort der nationalen Gewerbeausstellung von 1896. Niederschöneweide entwickelte sich wegen der Lage an der Spree zu einem zweiten industriellen Kern, zu dem Tuchfabriken, Metallverarbeitung, Maschinen- und Apparatebau gehörten (AEG, Niles). In Adlershof beginnt die Entwicklung mit der Anlegung einer Maulbeerplantage, die den für die Seidenherstellung benötigten Rohstoff lieferte. Fabriken, für die in Berlin keine Ausdehnungsraum mehr vorhanden war, verlegten ihren Sitz hierher.

Neben Großwäschereien, Filzfabriken und der chemischen Industrie entstehen hier Fabriken für Eisenbahnbedarf, Telegraphie und Metallbearbeitung oder auch Registraturbedarf (Herdegen). Alt-Glienicke und Bohnsdorf waren bevorzugte Siedlungsareale. In Johannisthal stand die Wiege der deutschen Luftfahrtindustrie, die seit 1900 die Entwicklung vorantrieb: Ballonflug, Zeppeline, Motorflugzeuge. Nach Wiederaufnahme der Rüstungsproduktion siedelte sich hier die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt an.

Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv widmet sich der Sicherung von jeglicher Art Überlieferung der Wirtschaft, seien es Geschäftsbücher, Firmenfestschriften, Preiskataloge, Fotos und Alben, Firmenmitteilungen und Werbematerial, auf deren Grundlage die Entwicklung der verschiedenen Branchen erforscht und nachgezeichnet werden kann. Falls Ihnen derartige Unterlagen noch vorliegen setzen Sie uns bitte davon in Kenntnis:

Info:
Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv, Herr Berghausen,
Eichborndamm 167, Haus 42, 13403 Berlin,
Tel. 4119 0698 oder schauen Sie für nähere Informationen auf unsere website: www.bb-wa.de

abgdruckt in: Treptow kompakt 2010/11, Verlag BfB Bestmedia4Berlin GmbH
Bild: BBWA

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